Warum haben wir in der dunklen Jahreszeit vermehrt Lust auf Süßes?

in Teil der Antwort ist:
Uns fehlt es jetzt an Tageslicht!



Ach was?! Und was hat Tageslicht nun mit Süßigkeiten zu tun?

Unser Hormonsystem ist abhängig von einer bestimmten Menge Licht pro Tag.

Wenn es dunkel wird, wird vermehrt Melatonin (unser Schlafhormon) produziert und im Körper freigesetzt. Das macht uns dann träge bzw. müde und verringert unsere Aktivität.


Wenn es also nachmittags ab 16.00 Uhr schon dämmert und schnell dunkel wird, ist unser Bewusstsein aber noch auf Aktivität eingestellt (da sind wir ja noch nicht mal mit der Arbeit fertig ;-) ). Zum Schlafen oder Ruhen ist jetzt eigentlich noch keine Zeit.


Deshalb schickt unser "Chef im Hirn" nochmal die Hiwis rum, um für Energie zu sorgen. Andernfalls müssten wir jetzt aufs Sofa und einschlafen.


Und was bringt am schnellsten Energie? Richtig: ZUCKER - und das am Liebsten dann natürlich in Form von Schokolade, Plätzchen, Stollen usw.


Dann gibt es natürlich noch weitere Auslöser, wie...

Die Kälte:

Im Winter ist es kalt, das ist unangenehm.

Weshalb der Körper/das Gehirn sagt: "Gib mir schnell etwas, was meinen Zustand verbessert/verändert!"


Wenn es also kalt ist, wollen wir die Wärmeproduktion im Körper ankurbeln. Was benötigt der Körper dafür? Energie!


Wie bekommt er am schnellsten diese Energie?

Durch Kohlenhydrate, die wir am liebsten - weil es ja auch noch gut schmeckt und so schnell geht - über Zucker zu uns nehmen.

Eine heiße Suppe zu kochen, langsam zu genießen und deren Wirkung zu spüren dauert uns einfach viel zu lange und ist oft im Alltag auch sehr unpraktikabel.



Die anderen Hormone:

Nicht nur guter Geschmack macht Schokolade unwiderstehlich.

Die auf der Zunge zergehende süße Verführung enthält reichlich Tryptophan, das im Körper zu Serotonin umgebaut wird, einem Neurotransmitter, der Wohlgefühl und Glücksmomente erzeugen kann.*


Und Serotonin ist so ein Hormon, das uns glücklich macht! Da liegt es doch nah, dass man "ausreichend" Süßigkeiten isst, weil sie uns ja so glücklich machen!





INFO:

Tryptophan als Aminosäure, gehört es zu unseren Eiweißquellen. Viel davon findet sich in Gans, Ente und Wild. Daher kommen dann auch die traditionellen Herbst und Wintergerichte. Natürlich bekommen wir auch aus den vegetarischen Gerichten Eiweiß. Dazu gibt es dann an anderer Stelle mehr Informationen.


Um nicht gleich aufs Sofa zu sinken und dem Bratenkoma, Süßkram und Winterspeck zu verfallen, gibt es von uns noch ein paar Tipps und Tricks, um die eigenen Hormone auszutricksen bzw. anderweitig anzukurbeln:


MERKE:
All das, was Dich im Sommer glücklich macht, kannst Du auch in Herbst und Winter machen!
  • (Warm) anziehen und rausgehen! Frische Luft und Bewegung helfen dir dabei untertags wacher zu sein, deine Vitamin D Synthese anzuregen und den inneren Schweinehund Gassi zu führen.

  • Selber kochen, dabei scharfe Gewürze verwenden (hilft die Lust auf schnelle Kohlehydrate runterzudrehen)

  • Bitterstoffe integrieren! Sei es in bitteren Gemüsen, bittere Kräuter oder als Frischpflanzensaft oder Bitterpulver,.

  • Wir haben im Mund 1 Rezeptor für Süss, 1 für Salzig, 1 für Sauer, Scharf ist ein Schmerzrezeptor und 52 (!) Rezeptoren für Bitter!!! Darauf gehen wir später nochmal ein.

  • Und bitte das Schlafbedürfnis in der Nacht berücksichtigen - also abends nicht bis ultimo vor Bildschirmen sitzen, die kurzwelliges blaues Licht ausstrahlen. Dieses hindert die Melatoninausschüttung. Lieber bei gedämmten Licht naja, mal was anderes machen. Oder in die Badewanne.

  • Oder Yoga ...



Um deinen Hunger auf Süßes einzudämmen und dich aus deinem Energietief auf körperlicher und mentaler Ebene herauszuholen, haben wir auch ein paar Yogaübungen für dich zusammengestellt. Diese sollen dir helfen, dein Verdauungsfeuer (genannt Agni) anzuregen und somit mehr Licht und Wärme in dein Leben zu bringen. den Link zum Download findest du ganz unten.


Hier noch ein paar begriffliche Erklärungen:

  • Melatonin: Hormon für WachSchlafRhythmus, das der Körper selber herstellen kann. Steuerung hängt ab von der Lichtmenge, die auf die Netzhaut des Auges fällt. Produktion in Darm und Haut. Tagsüber 3-12x niedriger als nachts und es wird weniger ab dem 50.Lebensjahr.

  • Serotonin: Botenstoff im Nervensystem, Temperaturregelung, Appetit, Emotionen, zentrales Belohnungssystem, Stimmung und Antrieb, Bewusstseinslage und Schmerzbewertung. Im Körper außerdem die Weite der Blutgefäße, der Bronchien und des Darms. Produktion im Darm

  • Endorphin: Glückshormon, körpereigenes „Schmerzmittel“

  • Tryptophan: Aminosäure mit vielen Aufgaben im Körper, die zB. zur Energiegewinnung dienen.


Lust auf ein paar Übungen, die dir ein wenig mehr Licht und Wärme bringen?

Dann lade dir gerne unser kostenloses Yoga-Freebie, mit Übungen zur Stärkung deines Verdauungsfeuers (auch Agni genannt) herunter.



Es grüßen dich herzlich,

Britta & Beate






*Quelle Thieme.de


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