Blähbauch?Völlegefühl?Übelkeit?

Aktualisiert: 18. Okt. 2021

Die Lösung fand ich in Nachos und Bier!


Druck auf dem Bauch, Völlegefühl, Blähungen, leichte Übelkeit?!

Gefühle, die Du nach einem Essen hast und die Du Dir nicht wirklich erklären kannst, weil Du ja gar nicht so viel gegessen hast?!



Das kannte ich sooo gut! Und es war eine ziemliche Detektivarbeit für mich herauszufinden, was diese Gefühle bei mir ausgelöst hatte.


Kurzer Spoiler: es waren die E´s im Essen!!!!

Aber vielleicht fange ich lieber von Vorne an?!


Wie Du vielleicht weißt (spätestens aber ab jetzt), arbeite ich schon seit vielen Jahren hauptberuflich in der Luft . Dort begleite ich Menschen auf ihren Flügen und sorge dabei für ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen.



Als ich mit Anfang 20 anfing zu fliegen, waren durchtanzte und durcharbeitete Nächte, unregelmäßiger Schlaf und ungesundes Essen weiter kein Problem. Kater, Jetlag, Blähbauch. Einfach Nebenwirkungen der Schichtarbeit.

Den Körper zu spüren und mich damit zu beschäftigen kam erst nach zwei, drei Jahren überhaupt zur Sprache. Je länger ich flog um so mehr machten mir die Blähbäuche, das Völlegefühl und die kneifenden Uniformteile zu schaffen. Vor den Flügen war alles gut, sobald ich aber - gefühlt - den Flieger von innen sah, begann der Bauch sich aufzublähen. Also, Hosenknopf auf und durch!


Blähungen, Pupse, Winde sind einfach kein schönes Thema und vor allem kaum eins über das man in der Öffentlichkeit oder mit KollegInnen gerne spricht.

Es kneift und stinkt. Ist unangenehm und peinlich. Und auch irgendwie echt unsexy! Dafür aber umso belastender und unangenehmer. Was also tun?


Nun der erste und sinnvollste Ansatz war für mich, meine Ernährung näher zu betrachten. Im - eher verblümten - Gespräch mit KollegInnen erfuhr ich, dass viele ähnliche Probleme hatten.





Einige Stimmen führten mich zu einer möglichen Laktose-, Fruktose- oder anderen Lebensmittelunverträglichkeiten.

Also probierte ich aus ohne Milch, Käse, Joghurt, Obst, Salat, Brot, Weizen allgemein usw., auszukommen. Machte aber nur mäßige Erfolge.

Und schwierig war es natürlich auch, da ich mich bei der Arbeit ja von Flugzeugverpflegung ernährte. Viel blieb da auf so einem Tablett dann nicht mehr übrig.

Schließlich verzichtete ich komplett auf Zucker und ließ also auch die Desserts und die leckeren First Class Pralinen weg :-( , was zum ersten Mal ein wenig Erleichterung brachte.

Alle anderen "Weglasser" hatten nur wenig bis gar keine Auswirkungen gezeigt und mein Bauch blähte fröhlich weiter.



Ein Bierchen als Schlüsselerlebnis...


Ein Schlüsselerlebnis, dass ich bei einem "Bierchen" in den USA hatte, brachte mir dann den gedanklichen Durchbruch. Bis dahin hatte ich bereits 5 Jahre gebläht, gelitten, gestunken und geforscht!




Bei einem längeren Aufenthalt in Los Angeles - hier hatte sich mein Bauch schön beruhigt und war nicht gebläht - ging ich mit Kollegen in eine Sportsbar.

Da ich nicht der große Chickenwings und Burger-Lover bin, bestellte ich mir nur ein Light Beer und teilte mir mit der Kollegin ein paar Nachos.

Da viel los war, kamen die Nachos recht spät, das Bier aber dafür ziemlich schnell.

Sehr durstig, war es auch gleich ausgetrunken und nach kürzester Zeit, war ich von diesem leichten, 0,33 ml Bier nicht nur ziemlich betrunken, sondern auch megamäßig aufgebläht. Was für eine seltsame Wirkung?!

Im Gespräch mit den Kollegen - bei nun etwas gelockerter Zunge - kamen wir gemeinsam auf die Idee mal nach zu sehen, was in so einem Light Beer denn so alles drin ist.

Wir stellten fest, dass wir vom deutschen Reinheitsgebot mal so richtig weit entfernt waren!

Eine riesen Latte an E´s, Zusatzstoffen, Farbstoffen, Geschmacksstoffen und -verstärkern füllte die Rückseite des Bieretiketts.


Und hier machte es plötzlich KLICK


Trotz meinem leicht vernebelten Kopf machte es in diesem Moment bei mir Klick.


Was, wenn genau solche Stoffe auch in dem Flugzeugessen drin wären?

Daran hatte ich bisher überhaupt nicht gedacht.


Im weiteren Gespräch machte mich eine ältere Kollegin dann darauf aufmerksam, dass der Salat oder das Obst, welches wir an Bord dabei hatten, ja schon viele Stunden vorher zubereitet worden waren und trotzdem noch so frisch und knackig - wie eben erst aufgeschnitten - daher kamen.

Wie konnte das also sein?


Und hier viel die Schuppe vom Auge!

Klar, die Sachen wurden konserviert, um Stunden später immer noch appetitlich auszusehen.

Und genau das schien ich möglicherweise nicht zu vertragen.






Ab diesem Moment startete ich meinen Selbstversuch - der nebenbei bemerkt nun seit fast 20 Jahren andauert.


Ich aß konsequent nichts mehr von Bord und in kürzester Zeit verschwanden meine Bauchprobleme völlig. Interessant war dabei auch zu beobachten, wie Industriezucker - wenn ich ihn vermehrt wieder aß - trotzdem dann zu leichteren Beschwerden führte.


Heute sieht mein Essverhalten an Bord, aber auch zu Hause so aus, dass ich einfach selbst gekochtes esse - Stichwort Mealprepping -, auf Konservierungsstoffe verzichte und beim Essen gehen einfach auf ausgewogene Kost achte.

Ich kann auch wieder alles essen! Sogar Weizen - wobei ich hier darauf achte nur Backwaren mit entsprechend langer Teigruhe zu mir zu nehmen! - Milchprodukte und Salate.

Seitdem esse ich nun kein Flugzeugessen mehr, nehme mir immer etwas mit und esse an Bord auch keinen Zucker. Am Boden vertrage ich den - in Maßen - wieder gut, esse ihn aber aus anderen Gründen nur sehr wenig.


Wenn ich nun manchmal zu Fastfood greife, weil´s halt so praktisch ist und eben schnell geht, bekomme ich auch immer bald darauf die Quittung.

Wobei ich ärgere mich mittlerweile nicht mehr darüber, sondern sehe es als Erinnerung, die mir zeigen soll, wie schön mein "neues" Bauchgefühl doch ist.


Anfänglich hat es sich als mehr Aufwand angefühlt, der sich aber zwischenzeitlich so selbstverständlich anfühlt und schon lange keiner mehr ist.

Mein gutes Bauchgefühl, ohne schlechte Gerüche, Schmerzen und offene Hosenknöpfe, wurden noch getoppt von schöner Haut und einem extrem verbesserten Lebensgefühl.

Ich kann nur zum Nachahmen raten :-)





@prinzessinkurvig, Britta Haft, Okt 2021

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